Keine Science-Fiction
Am 6. Oktober 2011 hörten die Schüler der Oberstufe im Rahmen der World Space Week einen Vortrag über Luft- und Raumfahrttechnik.
Majestätisch schwebt die ISS über der Erdkugel. Kaum zu glauben, dass sie so groß wie ein Fußballfeld ist und mehr als 500 Tonnen wiegt. Genau das erklärt uns aber Lidia Schelhorn, die dual Luft- und Raumfahrttechnik bei Astrium, einer Tochter des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, studiert. Man kann die internationale Raumstation sogar mit bloßem Auge am Nachthimmel erkennen, da sie die Erde alle 90 Minuten mit einer Geschwindigkeit von 29.000 Stundenkilometern umrundet.
Auf der ISS werden Experimente zur Schwerelosigkeit durchgeführt und neue Daten über die Erde und das Sonnensystem gesammelt. Seit 2006 sind permanent sechs Astronauten an Bord, die dort leben und arbeiten. Das ist aber nicht der Traumberuf, nach dem es sich vielleicht anhört. So muss die Besatzung mindestens eine Stunde täglich Sport treiben, weil sich die Muskeln durch die Schwerelosigkeit zurückbilden. Wenigstens gibt es Essen inzwischen nicht mehr nur aus der Tube - von frischem Obst kann ein Astronaut aber immer noch nur träumen.
Den zweiten Teil des Vortrags übernimmt Jonas Schwanemann, ebenfalls Student der Luft- und Raumfahrttechnik. Er arbeitet am Antrieb der Ariane 5 mit, einer der leistungsfähigsten Raketen überhaupt, die Satelliten in den Weltraum, z.B. zur ISS, bringt. Ihr Startgewicht von 780 Tonnen, also so viel wie 150 Elefanten, machen fast nur das Triebwerk und die Treibstofftanks aus, die Nutzlast beträgt "nur" 10 Tonnen. Die "verbrauchten" Antriebssegmente und leeren Treibstofftanks werden nacheinander abgeworfen, sobald der Satellit die Erdatmosphäre verlassen hat.
Ziemlich viel Aufwand, möchte man denken, eine riesige Rakete zu bauen, damit sie nach nur einem Start zerstückelt und unbrauchbar die Erde umkreist. Die Satelliten, die sie trägt, sind aber nicht nur für die Wissenschaft wichtig, sondern auch von unserem Alltag nicht mehr wegzudenken: egal ob GPS, Handy oder Fernsehen, nichts geht ohne die Technik im Erdorbit.
Dieser Vortrag, der uns durch eine ehemalige Schülerin des Ruperti-Gymnasiums, Katharina Kühbauch, vermittelt worden ist, hat uns nicht nur einen interessanten Einblick in die Luft- und Raumfahrttechnik gegeben. Auch die Möglichkeit, dual in einem Betrieb zu studieren und an neuen Entwicklungen mitzuarbeiten, ist spannend und interessanter als nur im Hörsaal zu sitzen.
Veronika Sonntag

